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Der Ortsverein gestern, heute und morgen.

Jubiläum im Ortsverein:

Für mehr als 25 Jahre Mitgliedschaft im SPD-Ortsverein ehrte Vorsitzender Gerhard Vollmer Manfred Höller.

Herzlichen Glückwunsch!

Mit diesen Zielen geht der Ortsverein in die Kommunalwahlen am 25.05. 2014

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

  Chronik des SPD- Ortsvereins

Den Hinweis zur Gründung des SPD-Ortsvereins findet man im Protokoll über den SPD-Parteitag in Offenburg aus dem Jahre 1910. In den Jahresberichten der Kreisvorsitzenden, die den Zeitraum von Januar 1909 bis 31. Juli 1910 umfassen, ist für den „dritten Kreis“ verzeichnet, dass es unter anderem gelungen ist, in „Thiengen“ eine Mitgliedschaft zu errichten.

 Ein Auszug aus diesem Protokoll lautet folgendermaßen:
„Nach beendetem Wahlkampf (die Landtagswahlen fanden im Oktober 1909 statt) setzte eine kurze, notwendige Ruhepause ein, die aber bald wieder der Arbeit Platz machte. Da der Vertrauensmann des Kreises durch sein erobertes Mandat im Landtag tätig war, ließ begreiflicherweise die Fühlung mit den Mitgliedschaften etwas nach.

Der Parteisekretär aus Oberbaden suchte so gut wie möglich die Lücke auszufüllen.
Es gelang in Öflingen, Wehr, Jestetten und Thiengen Mitgliedschaften zu errichten. [...] Die Genossen aus den kleinen Orten, und aus solchen setzte sich der dritte Kreis ausschließlich zusammen, haben eine zähe Arbeit zu verrichten. [...] In 12 Mitgliedschaften haben wir 450 organisierte Genossen und 600 Abonnenten des „Volksfreund“ Die SPD hatte damals im deutschen Reich ca. 720000 Mitglieder, davon ca. 83000 weibliche.“

Der Hinweis auf diese Fundstelle, der die SPD-Ortvereinsgründung bezeugt, stammt von unserem langjährigen Mitglied, dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten, Entwicklungshilfeminister und Oberbürgermeister von Lörrach, Rainer Offergeld.

Da ein Beleg zu dieser Gründungsversammlung als Zeitungsnotiz nicht zu finden war, muss man annehmen, dass die Gründungen von SPD-Mitgliedschaften im Großherzogtum Baden nicht gern gesehen waren. Die erste Zeitungsnotiz im Alb-Bote über eine Versammlung in Tiengen stammt aus dem Jahre 1911.

Über die Gründungsmitglieder kann man nur Mutmaßungen anstellen. Sicherlich standen sie aber im engen Zusammenhang mit der Gipsmühle in Tiengen. Namen wie Multerer, Allgeier und Völkle werden genannt. 1923 stieß dann Friedrich Großhans dazu, der 68 Jahre Mitglied in der SPD war. Mit Sicherheit war damals Alois Multerer im Stadtrat. 1931 trat dann ein weiterer aktiver Genosse in die Reihen ein, nämlich Alfons Knörzer.

Nach dem zweiten Weltkrieg, im Jahre 1946, wurde der SPD-Ortsverein zu neuem Leben erweckt. Im damaligen Hotel Ochsen trafen sich die Genossen: Knörzer, Theile, Baumgartner, Beier, Großhans und Seebacher zur Neugründung.
Bereits 1945 war der Genosse Alois Multerer von der Besatzungsmacht als Bürgermeister eingesetzt worden. Im Jahre 1946 zählte der SPD Ortsverein 70 Mitglieder, da nach dem Nazi-Regime die demokratischen Parteien großen Zulauf hatten. Im ersten Stadtrat nach Ende des 2. Weltkriegs war F. Baumgartner vertreten.

In den Jahren 1950 – 1960 war, was die Mitgliederbewegung anbetraf, eine Flaute zu verzeichnen. Es setzten sich die Genossen Multerer, Großhans, Knörzer, und Meier weiterhin für den Ortsverein und die Ziele der SPD ein.

1964 erfolgte ein neuer Mitgliederzuwachs. Hermann Dambach, Karlheinz Bergeest und Klemens Kaldunski verliehen dem Ortsverein neuen Schwung. Im Jahre 1965 führte der neue Vorsitzende , Karl-Heinz Bergeest , eine intensive Mitgliederwerbung durch: von 16 Genossen konnte er die Zahl bis zum Jahresende auf 26 steigern.

Eine noch stärkere Aufwärtsentwicklung der Mitgliederzahl war dann zwischen 1969 und 1972 zu verzeichnen – bedingt durch die Regierungsübernahme in Bonn.
Hermann Dambach war inzwischen erster Vorsitzender geworden und er konnte 1971 und vor allem 1972 – hervorgerufen durch das Misstrauensvotum gegen Willi Brandt – viele neue Mitglieder begrüßen. Ende 1972 erreichte man die Zahl 70.

In dieser Zeit wurde auch eine sehr aktive Juso-Gruppe in Tiengen ins Leben gerufen unter dem Vorsitz von Christoph Heinrichs. Sie brachte neue junge Mitglieder und aktivierte den Bundestagswahlkampf.
Die Bundestagswahlkämpfe von 1969,1972,1976 und 1980 konnten vom Tiengener Ortsverein als große Erfolge gebucht werden. Es gelang bei den Zweitstimmen in Tiengen bis zu 45 % und bei den Erststimmen bis zu 50 % zu bekommen, dank dem Einsatz und Bekanntheitsgrad von Rainer Offergeld unserem in Tiengen wohnhaften Bundestagsabgeordneten.

Im Jahre 1971 konnte der 1. Vorsitzende Hermann Dambach zusammen mit Rainer Offergeld Alois Multerer für 70 jährige Mitgliedschaft ehren – eine Mitgliedschaft, die seinesgleichen sucht.

Die Jahre 1974 und 1975 waren durch neue Ereignisse gekennzeichnet und prägten die Arbeit des Ortsvereins. Die Gemeindereform warf ihre Schatten voraus und Tiengen wurde trotz zweimaliger Bürgerbefragung, die eine große Mehrheit für die Erhaltung der Selbständigkeit brachte, mit Waldshut zusammengeschlossen.

Auch ein Einspruch und ein anschließendes Gerichtsverfahren konnte dies nicht mehr verhindern. Einige Genossen haben die Abordnung aus Tiengen begleitet, als im Juli 1974 in Stuttgart höchst richterlich der Zusammenschluss angeordnet wurde. Der SPD-Ortsverein war darüber gar nicht glücklich, hatte man dadurch dem Demokratieverständnis der Bürger einen Bärendienst erwiesen, was sich vor allem auf die Wahlbeteiligung bei den nächsten Kommunalwahlen auswirkte.

Fortan war also die Tätigkeit des Ortsvereins auf Anliegen der gemeinsamen Stadt ausgerichtet. Im neuen Stadtrat 1975 konnten die 4 gewählten SPD Vertreter (2 aus Waldshut (Heinz Duffner und Karin Lindemann) und 2 aus Tiengen (Wolfgang Hörr und Hermann Dambach) ) aufgrund der Mehrheitsverhältnisse die Vorstellungen der SPD-Ortsvereine nur schwer in die Tat umsetzen.

Das wurde erst 1980 durch die Änderung des Kommunalwahlrechtes zur unechten Teilortswahl mit Mandatsausgleich besser. Jetzt zogen 11 Stadträte, davon 6 aus Waldshut. 4 aus Tiengen und 1 aus Gurtweil in das Gemeindeparlament ein. Die anfänglichen Bemühungen um einen gemeinsamen Ortsverein wurden aufgegeben, da man sich von der Erhaltung dreier selbständiger Ortsvereine mehr Bürgernähe versprach.

1979 war Gerhard Vollmer erster Vorsitzender des SPD-Ortsvereins geworden. Das Bundestagswahlergebnis von 1983 brachte auch in Tiengen nicht mehr die guten Ergebnisse der Vorjahre. Erst 1984 war die Welt wieder in Ordnung, da die 11 Sitze bei den Gemeinderatswahlen gehalten wurden. Der Ortsverein Tiengen stellte nun 6 Stadträte. (W. Hörr, H. Dambach, G. Vollmer, H. Asmus, E. Schlatter, S. Döbele)

Am 23. November 1985 feierte der SPD-Ortsverein mit zahlreichen Gästen sein
75 jähriges Jubiläum im evangelischen Gemeindesaal in Tiengen. Die Aktivitäten des Ortsvereins in den letzten 25 Jahren waren geprägt durch den engagierten Einsatz seiner Vorstandsmitglieder und Mandatsträger.

Einige sind dabei neben dem 1. Vorsitzenden Gerhard Vollmer, der im Jubiläumsjahr seit 31 Jahren ununterbrochen und mit viel politischem Sachverstand den Ortsverein engagiert führt, besonders herauszuheben.


Klemens Kaldunski war 38 Jahre lang Rechner des Ortsvereins von 1967 bis 1995.

Eine sehr aktive Arbeit bringt Sylvia Döbele als Schriftführerin, Pressereferentin und seit 1995 als 2. Vorsitzende ein. Hermann Dambach leistete als Beisitzer und langjähriger Stadt- und Kreisrat stets wichtige Überzeugungsarbeit und achtete auf Einhaltung sozialdemokratischer Werte und Tugenden. Hannelore Asmus ist seit 15 Jahren engagierte und zuverlässige Schriftführerin des Ortsvereins. Besonders zu erwähnen wäre auch Hartmut Asmus als früherer zweiter Vorsitzender und Stadtrat der vor allem bei der aufwendigen Plakatierungsarbeit vor und nach allen Wahlkämpfen engagiert im Einsatz war.

Alexis von Komorowski brachte als junges und sehr engagiertes Mitglied neuen Schwung in den Ortsverein und wurde 1989 mit 18 Jahren als Jüngster in den Stadtrat gewählt. In der ersten Sitzung von einem CDU Kollegen noch als „Lümmel“ beschimpft, erarbeitete er sich in den folgenden Jahren durch qualifizierte Arbeit den Respekt aller Fraktionen.

Sehr wertvoll war für den SPD Ortsverein vor allem auch die ehrenamtliche Arbeit von Stadtrat Wolfgang Hörr als Sportausschussvorsitzender und 1. Präsident des FC Tiengen und von Stadtrat Edwin Schlatter als langjähriger Vorsitzender des Boxring Klettgau und als heutiger Sportausschussvorsitzender. Weitere engagierte Mitglieder wie Dieter Michel ,Manfred Höller, Wolfgang Müller, Dieter Flügel, Gerhard Hentzel und Adelheid Jäger gehören dem Vorstand im Jubiläumsjahr an.

Außer mit bundespolitischen Themen (hier stand die Gesundheitspolitik, Verkehrspolitik und Umweltpolitik immer wieder zur Diskussion) und Landespolitik (hier stand die Bildungs- und Verkehrspolitik im Vordergrund) beschäftigte man sich im Ortsverein vorwiegend mit kommunalpolitischen Themen und prägte die Entwicklung der Stadt Tiengen zum Teil auch federführend mit.

Bei den Bundestagswahlen konnte Tiengen bis 2005 stets Ergebnisse vorweisen, die über dem Bundesdurchschnitt lagen (zwischen 32 und 40 %). Herausragend war dabei das Ergebnis von 1998 als es gelang in Tiengen 6 der 7 Stimmbezirke zu erringen. Leider konnte im Jahre 2009 der bundespolitische Trend mit den starken Einbußen der SPD auch in Tiengen nicht aufgehalten werden.

Die Kommunalwahlen brachten vor allem 2004, nach der Reduzierung des Stadtrats auf 26 Mitglieder, einen Einbruch. Es wurden nur noch 6 Stadträte gewählt. davon nur noch drei aus Tiengen. 2009 konnte dies wieder verbessert werden von 7 Stadträten kommen nun 5 aus Tiengen. Wieder konnte aus Tiengen ein junges Mitglied mit 23 Jahren in den Stadtrat einziehen: Johannes Sandrock

Folgende von uns geforderten kommunalpolitischen Ziele wurden inzwischen realisiert.
- Die Umfahrung von Tiengen
- Die Einrichtung einer Verkaufslandschaft im Westen von Tiengen
- Die Realisierung der Fußgängerzone
- Die Umwandlung des Tiengener Krankenhauses in ein Pflegeheim
- Die Realisierung des Sportstadions in Tiengen
- Der Mowagkreisel, der über 20 Jahre auf unserer Forderungsliste stand
- Verkehrsberuhigungen in den Wohngebieten
- Die Sicherung des Haltepunkts Tiengen für den Inter-Regio-Express
- Einrichtung einer Ganztagesschule
- Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses
- Sanierung alter Bausubstanz (z.B. Holzbrücken über Wutach und Steina)

 Nicht umgesetzt werden konnten u.a. folgende Forderung:
- Die Erhaltung des Industriebetriebes Lonza und der damit verbundenen Arbeitsplätze
- Die Verhinderung der Skateranlage, an einer unserer Meinung nach, ungeeigneten Stelle in der Südstadt
- Die Erhaltung des Bahnhofgebäudes in Tiengen
- Die Überplanung des Tiengener Marktplatzes
- Die Verhinderung des Abbruchs des alten Feuerwehrgerätehauses
- Die farbliche Kennzeichnung von Fahrradwegen und Fahrradwegüberquerungen bzw. Einmündungen
- Eine Bahnunterführung beim Bahnübergang Peter –Thumb- Straße
- Die Ansiedelung eines Elektrofachmarktes

Im Jahre 2003 hat der bisherige selbständige Ortsverein Gurtweil seine Auflösung beschlossen und seine Mitglieder sind dem Ortsverein Tiengen beigetreten. Der Ortsverein Gurtweil wird in einem eigenen Beitrag gewürdigt.

Mit großem Engagement will sich der SPD-Ortsverein Tiengen auch in Zukunft für die Ziele in Bund, Land , Kreis und Gemeinde einsetzen. Dabei hofft die Vorstandschaft auf die Mitwirkung der Bürger und vor allem seiner Mitglieder. Junge und neue Mitglieder werden dringend gebraucht. Im Jubiläumsjahr hat der Ortsverein derzeit 43 Mitglieder.